Zahnerhalt durch Endodontie

(Wurzelkanalbehandlung)

Definition: Der Begriff Endodontie leitet sich aus dem Griechischen ab. “Endon” bedeutet “innen”,”odon” meint “Zahn” und “logos” die “Lehre” - also die Lehre vom Zahninneren. Unter Endodontie oder Endodontologie versteht man einen Teilbereich der Zahnheilkunde, der sich schwerpunktmäßig mit Erkrankungen des Nerven und des Zahnbeins, sowie mit den Geweben um die Wurzelspitzen herum beschäftigt. Die häufigsten Erkrankungen sind akute oder chronische Entzündungen des Zahnmarkes (der “Nerv”) oder des Zahnhalteapparates als Folge einer endodontischen Erkrankung. Die häufigsten Behandlungen in der Endodontie sind so genannte Wurzelkanalbehandlungen. Wissenschaft: Auf kaum einem Gebiet der Zahnmedizin kollidiert die ganzheitliche Denkweise mehr mit dem schulmedizinischen Wissen, als auf dem Gebiet der erkrankten Zahnwurzeln: Selbstverständlich sind wurzelkanalbehandelte Zähne tote Zähne. Das Gefühl für Heißes und Kaltes ist nach der Behandlung nicht mehr vorhanden. Dennoch wird aber der Zahn seitens seines Halteapparates nach wie vor vollständig durchblutet und versorgt. Der Begriff “tot” bezieht sich demnach ausschließlich auf das Innere des Zahnes. Es ist auch schulmedizinisch ganz eindeutig erwiesen, das enorm viele akzessorische Kanälchen (an der Wurzelspitze, im Pulpenkavum, laterale Kanäle, usw.) und das Dentin mit seinen zahlreichen Tubuli, Verbindungen von innen nach außen aufweisen. Um so mehr ist es von enormer Bedeutung, diese zahlreichen Verbindungen zu desinfizieren, zu reinigen und auch wieder zu füllen. Geschieht dies nicht in adäquater Weise, so bleiben Hohlräume für unzählige Bakterien zurück. Diese Bakterien produzieren aus den Aminosäuren Cystein und Methionin als Nebenprodukte ihres anaeroben Stoffwechsels die Schwefelwasserstoffverbindungen Thioether und Mercaptan. Für den menschlichen Organismus sind dies Toxine: Sie können am aktiven Zentrum vieler Enzyme ankoppeln und so zur Ursache vieler systemischer oder organsicher Krankheiten beitragen. Um so wichtiger ist es, möglichst all diese Faktoren durch eine möglichst perfekte und lege artis (kunstgerecht) durchgeführte Wurzelkanalbehandlung zu beseitigen! Das Ziel ist es, diese hoch pathogene Flora so zu beeinflussen, dass das Immunsystem mit all seinen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, den betreffenden Zahn wieder “in die normale Mikroflora des Mundes” integrieren kann. Durch zahlreiche Stimuli, welche in der Hauptsache aus den Makrophagen stammen, werden körpereigene Entzündungsmediatoren freigesetzt. Hier sind besonders die Zytokinine (Interferone [IFN], Interleukine [IL], Tumornekrosefaktoren [TNF]) zu nennen. Gelingt es nicht diese Mediatoren in adäquater Weise zu beseitigen, so sind diese in der Lage, chronische systemische Entzündungen und als Folge sogenannte Autoimmunerkrankungen zu fördern oder zu unterhalten. Ein Monitoring der Blutwerte macht in vielen Fällen Sinn! Ganz besondere Vorsicht ist in dieser Beziehung auf den Zusammenhang von Brustkrebs und endodontischen Behandlungen entlang des Magenmeridians zu legen! Endodontische Behandlungen sind dabei oft kontraindiziert! Diagnostik: Schulmedizin: Es werden Faktoren untersucht wie die Vitalität des Zahnes, Perkussionsempfindlichkeit, Taschentiefen, apikale Druckpunkte, Längsfrakturen, Schwellungen, Rötungen, Fisteln, Karies, Undichtigkeiten, koronale Versorgungen, Zahnverfärbungen und natürlich Röntgenbilder. Ganzheitliche ZahnMedizin / Umwelt - ZahnMedizin: Applied Kinesiology: Anhand eines Indikatormuskels (meist weit entfernt vom zu untersuchenden Kieferabschnitt) wird die fragliche Region oder der fragliche Zahn therapielokalisiert. Sollte sich dort ein “Stressfaktor” für den Körper zeigen, so wird der entsprechende Indikatormuskel geschwächt werden. Dieser Befund wird anschließend durch Testnosoden spezifiziert. Auf diese Weise kann eine ganz exakte Diagnose erstellt werden. Sogar Unterscheidungen zwischen “chronischer Pulpitis” und “akuter Pulpitis” sind problemlos möglich. So kann selbstverständlich auch ein Wurzelgranulom, eine Kieferostitis und ähnliches diagnostiziert werden. Nur das Einbeziehen des gesamten Körpers (metabolisch - strukturell - psychisch) kann eine für diese Person treffende Diagnose liefern! Jedes Individuum reagiert anders - auch auf die oben beschriebenen Bakterien und deren Soffwechselprodukte. Bekanntlich macht erst die Dosis das Gift: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ - Paracelsus (1493–1541) | Schweizer Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph. Umwelt-ZahnMedizin: Genau diesen Sachverhalt kann man heute seitens spezialisierter Labore nachweisen. Es wird dabei die Reaktivität des Immunsystems auf die Stoffe Mercaptane und Thioether bestimmt. Das Interferon-gamma (IFN-γ) ist dabei ein Marker für eine TH1-Immunaktivierung mit der Folge einer systemischen Entzündung. Das Interleukin-10 (IL-10) steht für die antigenspezifische Immuntoleranz und ist daher ein Nachweis für eine Störung in der systemischen Immunregulation. Fazit: Sollte vor allem der Wert für das IFN-γ größer als 0,2 pg/ml Blut und für das IL-10 größer 10 pg/ml Blut liegen, so muss von einer generalisierten Entzündung gesprochen werden. Ob es sinnvoll ist, solche Zähne zu erhalten, bleibt fraglich! Hier ein paar wenige Behandlungsbeispiele, die belegen sollen, dass sogar sehr große Entzündungen im Kieferknochen ohne jede Chirurgie abheilen können, im Testverfahren der Appiled Kinesiology unauffällig erscheinen und zusätzlich keine systemische Entzündung im Labornachweis verursachen (IFN-γ < 0,2 pg/ml und IL-10 < 10 pg/ml Blut). vorher nachher vorher nachher vorher während nachher Therapie: Endodontische Behandlung: Dabei muss peinlichst genau auf eine exakte und lege artis (kunstgerecht) ausgeführte Wurzelkanalbehandlung geachtet werden. Dazu gehören: Anlegen von Kofferdam Perfekte präendodontische Aufbauten Exakte Zugangskavitäten Anwendung eines dentalen OP-Mikroskops Perfekt abgestimmtes Instrumentarium Auffinden zusätzlicher Kanäle wie 4., 5. oder 6. Kanäle! Ausreichende Spülung / Desinfektion des Zahnes Perfekte dreidimensionale Aufbereitung und Füllung des Wurzelkanalsystems Absolut dichter Verschluss mehr Informationen erhalten sie auf folgendem Link: Jede andere Variante von Endodontie führt unweigerlich zum Misserfolg! Um das Ergebnis und den Erfolg der Behandlung nachzuprüfen, sollte man ca. 6-8 Wochen vergehen lassen. Danach kann der Zahn kinesiologisch oder osteopathisch nachgetestet werden. Im Falle eines Misserfolges vergeht so nicht all zu viel Zeit um an Alternativen zu denken. Auch eine erneute Blutuntersuchung bezüglich der Reaktivität Mercaptane / Thioether (IFN-γ und IL-10) können durchgeführt werden. Kontrollintervalle von 2 bis 4 Jahren, wie von der DGET (Deutsche Gesellschaft für Endodontie und zahnärztliche Traumatologie) oder der ESE (European Society of Endodontology) gefordert, sind ganzheitlich gesehen deutlich zu lang!!! Alternativen: Extraktion des Zahnes! Dies sollte allerdings genau abgewogen werden, denn nach der Entfernung des Zahnes gibt es oft nur noch die Wahl zwischen Brücken und Implantaten. Sollte die Entscheidung zu Gunsten einer Brücke ausfallen, so stellt sich wieder die Frage nach den in Frage kommenden Materialien und die es gilt zu bedenken, dass beide Nachbarzähne beschliffen werden müssen. Fällt die Entscheidung zu Gunsten der Implantate, so muss bedacht werden, das hierbei ein Fremdkörper in körpereigenen, gesunden Knochen eingebracht werden muss. Mittel der Wahl stellen dabei heute die vollkeramischen Implantate dar! Fazit: o Die endodontische Behandlung - und damit die Zahnerhaltung - ist ohne systemische Reaktion möglich! Die Alternativen gehen nicht verloren und können ggf. später immer noch in Betracht gezogen werden…. o Kinesiologische / osteopathische oder laborseitige Nachkontrolle nach 6-8 Wochen o Entscheidung: Erfolg oder Misserfolg? o ggf. Alternativen besprechen
kompetent - professionell - ganzheitlich
Ganzheitliche Praxis für Endodontie und Umwelt-Zahnmedizin Dr. Ralf Günther